Wer wir sind

Ökumene 2017: Für eine jesuanische Kirche

Die Initiative „Ökumene 2017“ ist ein Zusammenschluss von reformorientierten Christen, die die Einheit der katholischen und evangelischen Kirche in „versöhnter Verschiedenheit“ bis zum Jahre 2017 anstreben. 500 Jahre nach Beginn der Reformation muss es möglich sein, die trennenden Unterschiede zwischen den Konfessionen zu überwinden, ohne die je eigene Identität und Geschichte zu leugnen, sich aber gegenseitig als gleichwertige Kirchen anzuerkennen. Viele Christen guten Willens halten dies jetzt schon für möglich, sind aber bereit, einen Zeitplan für einen Weg anzuerkennen, an dessen Ende spätestens im Jahre 2017 die Gleichwertigkeit beider Kirchen in geschwisterlicher Verbundenheit steht. In der Initiative engagieren sich katholische, aber auch viele evangelische Christen, die sich für die Erneuerung – vor allem der katholischen – Kirche einsetzen. Es arbeiten auch Christen mit, die wegen der Reformverweigerung der katholischen Kurienkirche aus der katholischen Kirche ausgetreten sind oder über einen Austritt nachdenken.

Seit über 40 Jahren, dem Erscheinen der Enzyklika „Humanae vitae“, haben die römische Amtskirche und damit auch weite Teile der deutschen Bischofskonferenz ökumenische Bemühungen und innerkirchliche Reformen behindert und durch Einschüchterungen und Sanktionen einen Geist der Freiheit erstickt und dadurch die Botschaft des Neuen Testamentes eher verdunkelt.

Die Versuche einer wirklichen Kirchenreform seitens der vielen Reformgruppen von Priestern und Laien sind in der Vergangenheit im Wesentlichen gescheitert, weil eine Gruppe von konservativen Männern mit ihrem Machtapparat, der sich von der pastoralen Wirklichkeit vieler Gemeinden völlig losgelöst hat, alle Reformen systematisch unterbunden und verhindert hat. Das immer angeführte Argument der Bischöfe, sie hätten das Amt der Einheit, galt immer nur für konservative und reaktionäre Gruppen und Positionen, nie für Reformwege.

Die katholische Amtskirche ist geistig und spirituell (n o c h nicht zahlenmäßig) zu einer Sekte verkommen mit einem rückwärtsgewandten Ghettodenken, das vor allem von sehr autoritätsgläubigen Christen geteilt wird. Im Haus der Kirche muss es aber viele Wohnungen geben. Die Amtskirche ist jedoch meistens narzisstisch mit sich selbst beschäftigt und hat sich in eine Sonderwelt zurückgezogen, anstatt die befreiende Botschaft Jesu vom Reich Gottes zu verkünden und sich für einen lebendigen Glauben und z. B. für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Die Reformunfähigkeit der römischen Amtskirche hat schon einmal – unter Leo X. – zu einer Abspaltung, nämlich zur Reformation geführt. Angesichts eines gefährlichen Reformstaus könnte es sein, dass wir vor einem neuen Kirchenbeben stehen, weil sich die Mehrheit der reformfreudigen Katholiken nicht länger von weltfremden und konfliktunfähigen Kirchenführern beeindrucken und einschüchtern lässt.

Deshalb gibt es jetzt eine christliche Pflicht zum Ungehorsam der Amtskirche gegenüber.

Deshalb treten einige reformorientierte Christen sogar aus dieser rückwärts gewandten Amtskirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts (solange) aus, bis es erkennbare Veränderungen im Sinne einer praktizierten Ökumene gleichwertiger Kirchen gibt und in der kath. Kirche Aufklärung und Demokratie eine selbstverständliche Heimat gefunden haben. (so wie es schon in der Apostelgeschichte von der Urgemeinde beschrieben wird.(Apg 15)

Deshalb empfiehlt die Initiative „Ökumene 2017“ ihren Mitgliedern, am Abendmahl der jeweils anderen Konfession teilzunehmen und

mit eingesparter Kirchensteuer und Spenden

- alle Priester zu unterstützen, die jetzt schon offiziell zum gemeinsamen Abendmahl einladen,

- deshalb möchte die Initiative alle Priester ermutigen, die in einer Liebes- und Lebensbeziehung mit einer Frau oder einem Mann leben, dies öffentlich nicht weiter zu verschweigen (um den Pflichtzölibat durch die Lebenspraxis zu überwinden).

Da diese Priester vermutlich umgehend von der Amtskirche suspendiert werden, wollen die Mitglieder der Initiative „Ökumene 2017“ mit der eingesparten Kirchensteuer und den eingehenden Spenden diese Priester und Ordensleute unterstützen.

Da die deutsche Bischofskonferenz in ihren Personen in keiner Weise die katholische Vielfalt an der Glaubensbasis widerspiegelt, fordert die Initiative die sofortige und wirkungsvolle Mitwirkung von Laien bei der Neubesetzung von Bischofsämtern. Es müssen Bischöfe ins Amt, die innerkirchliche Demokratie furchtlos aushalten, die vom ökumenischen Geist beseelt sind und die den Kontakt zur „normalen“ Wirklichkeit nicht verloren haben. Bischöfe, die primär vom Karriere- und Gehorsamsdenken bestimmt sind, sollten nicht länger im Amt verbleiben.

Außerdem ist es für die Initiative eine Selbstverständlichkeit, dass spätestens im Jahre 2017 Frauen das Priesteramt ausüben und gleichwertige Leitungsfunktionen in der Amtskirche übernehmen werden.

Wir fangen mit einer erneuerten katholischen Kirche jetzt schon an!

Die Amtskirche hatte 40 Jahre Zeit, die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils umzusetzen und weiterzuentwickeln. Wir nehmen hin, dass die Piusbrüder, sofern sie sich von ihren rechtsextremen Positionen losgesagt haben, ihre tridentinischen Messen abhalten. Aber bitte schön, wir beanspruchen dieselbe Freiheit auch für unsere spirituellen und liturgischen Formen, für unsere theologischen und pastoralen Standorte. Da die Amtskirche, wie man zuletzt an der Suspendierung von Herrn Hasenhüttl durch den eilfertigen Bischof Dr. Marx und die lange Kette der mundtot gemachten kirchlichen Lehrer sehen konnte, diese Freiheit seit 4o Jahren nicht gewährt, treten viele von den Mitgliedern (vorläufig) aus der kath. Amtskirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts aus und sagen in voller Überzeugung:

„Auch wir sind und bleiben t r o t z d e m Kirche!“

Denn: Man darf die Kirche nicht mit dem Reich Gottes verwechseln.

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, auch wenn dies Amtsträger sind, die sich für unfehlbar halten.

Wir haben die Vision einer wahrhaft katholischen und PROTESTantischen, also allumfassenden Kirche, die einen Glauben lebt, der „die Erde liebt“, ohne sich mit der Welt gleichzumachen. Wir geben die Hoffnung auf eine Reform der Kirche nicht (ganz) auf, auch wenn einige von uns vorläufig unseren Weg ohne die Amtskirche gehen. Wir laden alle Katholiken ein, die eine stärker an der Botschaft Jesu orientierte Kirche suchen und mitgestalten wollen, dem Projekt „Ökumene 2017“ beizutreten und über ihre Mitgliedschaft in der katholischen Kurienkirche nachzudenken.

Evangelische Christen laden wir ein, die eucharistische Gastfreundschaft im katholischen Gottesdienst einzufordern .

Wir bitten unsere evangelischen Mitschwestern und Mitbrüder um Vergebung für die Arroganz vieler katholischer Amtsträger und bitten alle ProtestantInnen um fordernde Klarheit im Umgang mit der römischen Amtskirche.

Wir bitten um großzügige Gastfreundschaft in den evangelischen Kirchen und Gemeindehäusern für Veranstaltungen der Ökumene 2017 in der Übergangszeit und für geistige und geistliche Unterstützung unserer Initiative.

Die Ziele der Initiative „Ökumene 2017“:

  1. die Anerkennung der evangelischen Kirche als gleichwertige Kirche Jesu Christi „in versöhnter Verschiedenheit“
  2. die selbstverständliche Mahlgemeinschaft von Protestanten und Katholiken
  3. ein neuer, menschenfreundlicher Umgang mit (Homo-) Sexualität
  4. die Einführung des freiwilligen Zölibats für Priester
  5. die Zulassung von Frauen zum Priesteramt
  6. Mitbestimmung der Laien bei der Besetzung von Bischofs- und anderen Leitungsämtern
  7. eine Kirche der Bescheidenheit in ihren eigenen Strukturen und ein Amtsverständnis als Dienst - „ohne magische Überhöhung“
  8. ein glaubwürdiger Beitrag und Einsatz der Kirchen für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft